Kopf hoch sieht einfach besser aus – oder Frösche küssen ist auch keine Lösung

Kopf hoch sieht einfach besser aus - oder Frösche küssen ist auch keine Lösung / Ina-Maria Enn
Kopf hoch sieht einfach besser aus – oder Frösche küssen ist auch keine Lösung / Ina-Maria Enn

Um sich selbst so herrlich auf den Arm zu nehmen und auch unter Tränen zu lachen wie Protagonistin ›Alina in dem Selbsterfahrungsroman »Kopf hoch sieht einfach besser aus oder Frösche küssen ist auch keine Lösung«, gehören schon eine große Portion Mut, Selbstironie und vor allem Selbstbewusstsein.

Die Autorin Ina-Maria Enn (in einer glücklichen Beziehung lebend) erzählt diese lebendige Frauengeschichte aus Sicht ihrer 36jährigen Titelheldin ›Alina‹, einer mittlerweile reifen gestandenen Frau. Die Story dieser bis dahin regelmäßig vom Schicksal mit kurzen und längeren sowie etwas verworrenen Lebensabschnittsbeziehungen geschlagenen Romanfigur beginnt mit deren ostdeutscher Jugend im Berlin der 1960er bis 1990er Jahre.

Interessanter Weise spielt ›Alinas‹ schwieriger Prozess zum »Glücklich werden mit zeitlicher Verspätung« in die unsere ganze Gesellschaft und viele, viele Einzelschicksale umwälzende Epoche der deutschen Wende und Wiedervereinigung hinein. Wie die Mauer, so ist auch ›er‹ ziemlich steinig und nicht ganz ohne, der stolperige Lebensweg dieser nicht ganz unkomplizierten vierfachen Mutter, die sich seit ihrem 16. Lebensjahr von Mann zu Mann, von Kind zu Kind, von Traum zu Traum hangelt ‒ es aber trotzdem extrem zielstrebig zur studierten Lehrerin mit DDR-Diplom bringt und sich neben ihren Pflichten ansonsten gern vom bunt-karierten Leben, frei nach der Devise »nur keine Männer und keine Probleme auslassen«, treiben lässt.

Kopf hoch sieht einfach besser aus – oder Frösche küssen ist auch keine Lösung

Ganz Lebenskünstlerin nimmt es ›Alina‹ so unspektakulär wie möglich hin, dass ihr ihre chaotische, feminarzistische neue Freundin Johanna zuerst Ehemann Meinhard (Vater von zwei gemeinsamen Kindern) ausspannt. Schließlich sieht sie das Scheitern ihrer Beziehung nicht allein als seine Schuld an, — tut sie sich doch nach eigenem Eingeständnis selber höchst schwer damit, das Bild, das ihrem Gatten und Mentor von ihr vorschwebt mit ihren eigenen, seinerzeit noch mehr oder weniger konfusen Selbstverwirklichungs- oder besser Selbstfindungsplänen, in Einklang zu bringen.

Die Suche nach dem Glück ♥ im längst nicht immer grauen DDR-Alltag gestaltet sich indes schwieriger als gedacht, denn leider entpuppt sich so mancher attraktive Märchenprinz-Anwärter nach dem Küssen als neurotisch-problematischer Frosch. So muss ›Alina‹ mit Beginn der Wende 1989/90 im reifen Alter von immerhin schon Mitte 30 feststellen, dass es spätestens ›jetzt‹ langsam Zeit wird aufzuwachen und konsequent ›ohne wenn und aber‹ endlich erwachsen zu werden. Aus dieser Einsicht und finanziellen Notwendigkeiten heraus beginnt sie gezielt berufliche Chancen zu ergreifen, um ihr Leben in den Griff zu bekommen und Gegenwart und Zukunft unabhängig von der Suche nach Märchenprinzen und Liebeleien  zu meistern. Wieder einmal am Boden zerstört, fängt sie an, sich in ihrer neuen Wahlheimat Bayern ihren Kummer vom Herzen zu schreiben. Frei nach ihrem neuen Lebensmotto: »Kopf hoch sieht einfach besser aus − oder Frösche küssen ist auch keine Lösung« — und im Zeitalter der Emanzipation auf Dauer schon gar nicht!

Der humorvoll-freche, kurzweilig zu lesende, lebensbejahende Roman über die Suche einer Frau nach dem eigenen ICH ‒

Kopf hoch sieht einfach besser aus – oder Frösche küssen ist auch keine Lösung

(ISBN 978-3-00-041537-1) ‒ von Ina-Maria Enn ist als Taschenbuch-Ausgabe im Marianne-von-Hirsch-Verlag zum Preis von € 9,95 erschienen.

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