Merci, Udo (!) ‒ Eine Biografie von Paul Sahner

Merci, Udo (!) Eine Biografie von Paul Sahner
Merci, Udo (!) Eine Biografie von Paul Sahner

Merci, Udo (!)

Für mindestens 1000 Lieder. Allen voran unvergessene Hits und Ohrwürmer wie »Siebzehn Jahr, blondes Jahr«, »Immer wieder geht die Sonne auf«, »Griechischer Wein«, »Ein ehrenwertes Haus«, »Aber bitte mit Sahne«, »Mit 66 Jahren«, »Ich war noch niemals in New York«, »Gabi wartet im Park«, »Liebe ohne Leiden« und viele mehr.

Kaum ein anderer Sänger, Komponist und Entertainer im deutschsprachigen Raum hat einen ähnlich hohen Bekanntheitsgrad erreicht und hinterlässt ein so reichhaltiges musikalisches Erbe wie Udo Jürgens.

Merci, Udo (!)

Er ging aus dem Leben, als es am schönsten war und er noch einmal aller Welt sich und seine heißgeliebte Musik live auf der Bühne präsentierten wollte. Daher mutet sein plötzlicher, unerwarteter Herztod am 21. Dezember 2014 während seiner letzten Tournee ‒ unter dem bezeichnenden Slogan »Mitten im Leben« ‒ im Nachhinein beinahe wie eine Ironie des Schicksals an, denn der jung gebliebene 80-Jährige hatte offensichtlich noch viele private, wie auch künstlerische Ideen, Wünsche und Pläne.

Bereits knapp einen Monat seinem Tod wurde unter dem Titel

Merci, Udo (!)

der erste Lebensabriss des populären Sängers und Entertainers Udo Jürgens veröffentlicht und eroberte prompt die Bestsellerlisten. „Ein Schnellschuss kann auch mal ein Volltreffer werden“, meinte der inzwischen selbst am 07.06.2015 verstorbene Paul Sahner − Autor, Journalist, Promireporter und Mitglied der Chefredaktion der Zeitschrift »Bunte«. „Es gibt kaum einen Menschen, der mich beruflich so lange so nah begleitet hat wie Udo Jürgens. Es ist mein Abschiedsgeschenk an ihn. Ich möchte diesen Mann, der ein Gesamtkunstwerk war, für jedermann greifbar machen und verständlich“, bekannte er weiterhin gegenüber der deutschen Presse Agentur. Hut ab vor der strammen Leistung, innerhalb eines so kurzen Zeitraums ein so außergewöhnliches Buch über einen so außergewöhnlichen Mann zu publizieren. „Vier Wochen von der Idee bis zur Auslieferung“, erklärte auch Manuel Herder, Verleger und Chef des 1798 gegründeten Verlagshauses Herder, „ist damit das schnellste Buch in der Verlagsgeschichte ‒ und auch in der gesamten Branche außergewöhnlich.“

Paul Sahner berichtet in seiner Biografie

Merci, Udo (!)

längst nicht nur über seine eigenen persönlichen Begegnungen und Interviews mit Udo Jürgens, sondern lässt auch andere Prominente wie Franz Beckenbauer, Karl Dall, Hellmuth Karasek, Axel Thorer, Thomas Veszelits, Mario Adorf, Frank Elsner, Edgar Berger, Wolfgang Joop, Paola Felix, Werner Kimmig und Niki Lauda zu Wort kommen.

Wie stand der bekennende Atheist Udo Jürgens zu Glaubensfragen und Religion, seinen geschiedenen Frauen Panja und Corinna, sowie seinen ehelichen und außerehelichen Kindern? So befasst sich das Kapitel „Aber bitte mit Gloria“ mit seinem Verhältnis zu Mutter Sabrina und Tochter Gloria Burda und gibt ein interessantes Interview mit seiner 20-jährigen jüngsten Tochter wieder. An anderer Stelle sind ältere und neuere Interviews mit seiner ersten Ehefrau Panja und Tochter Jenny, deren geschiedenem Mann Thomas, sowie auch mit Ex-Gattin Corinna Jürgens nachzulesen. Auch die Sache mit seinen beiden Managern eröffnet sich dem Leser: Zum einen durch ein Statement seines ersten, langjährigen Managers Hans R. Beierlein und zum andern durch die Wiedergabe eines Gespräches zwischen der Chefredakteurin des Sonntagsblicks, Christiane Maier und Freddy Burger, seinem letzten Manager.

Lassen Sie sich überraschen, was der Künstler, der bekanntlich bei Frauen gut ankam – und dem nicht von ungefähr viele Affären nachgesagt werden – in verschiedenen Phasen seines Lebens selbst zum Thema Frauen zu sagen hatte und welche Bilanz er zieht. Wahrscheinlich hat er mit seinem zitierten Ausspruch: „Männer, die keinen Erfolg bei Frauen haben, können leichter treu sein“, Recht.

Wer waren seine besten Freunde und Seelenverwandten? Wer zählte zum kleinen, feinen Kreis der Menschen, die sein volles Vertrauen besaßen? Mit Sicherheit wohl seine letzte Lebensgefährtin Michaela Moritz, ‒ mit deren Unterstützung er seinen autobiografischen Roman »Der Mann mit dem Fagott« verfasste ‒ , aber auch sein Ex-Schwiegersohn Professor Thomas Druyen.

Die unterhaltsam und kurzweilig zu lesende aufschlussreiche Publikation

Merci, Udo (!)

ist ein Muss für jeden Udo Jürgens-Fan. Das Sachbuch gewährt jede Menge interessante Einblicke in das Lebens eines Ausnahmekünstlers, über den ‒ wie auf der 173. und letzten Seite zu lesen steht ‒ Hape Kerkeding einmal bezeichnend sagte, er hätte den Soundtrack zur Bundesrepublik Deutschland geschrieben.

Aber, so wie es »achtzig«, von der Berliner Journalisten Kathrin Spoerr liebevoll aufgelistete Gründe gibt , warum die meisten von uns Udo Jürgens lieben, gibt es natürlich auch Kritiker wie z. B. Wolfgang Joop, der mit ihm nicht viel anfangen konnte und bei einem Telefonat mit dem Autor seiner Meinung ziemlich schonungslos Ausdruck verlieh: „Mich hat seine Musik überhaupt nie berührt. Diese Altfrauenemotionalität, wenn er als Womanizer mit gefärbtem Haar an seinem Acryl-Klavier saß, entsetzlich“! Knallharte Worte eines auf andere Art genialen Mannes, der die ‒ wie er es nennt ‒ »Heiligsprechung« des Menschen Udo Jürgens ziemlich ruckartig findet. Zum Trost für eingefleischte Udo Jürgens-Fans sei hier jedoch verraten, dass auch die Beatles, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen von dem Stardesigner ihr Fett weg und keine Schnitte bekommen.

Paul Sahner’s Biografie

Merci, Udo (!)

(ISBN 978-3-451-34256-1), bestehend aus einem bunten Potpourri älterer und neuerer Interviews, Ausschnitten aus Gesprächen, Nachrufen etc. ‒ u. a. aus Artikeln in Tageszeitungen und Magazinen ‒, ist als gebundene Ausgabe zum Preis von € 16,99 beim Herder Verlag erschienen und liegt dort auch als ebook vor.

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